Ulrike OTTINGER > Ausstellungen > Neuer Berliner Kunstverein / Hannah-Höch-Preis (in Vorbereitung)

 

Mit der Verleihung des Hannah-Höch-Preises 2011 durch die Kulturverwaltung des Landes Berlin wird die Filmemacherin und Künstlerin Ulrike Ottinger geehrt. Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) zeigt aus diesem Anlass ihr bisher in Deutschland nicht ausgestelltes malerisches Werk (1963–1968).

 

"Es scheint, als habe sich die Künstlerin mit diesem zentralen Motiv der Bubble-Gums gegen die Arroganz der Kunst-Kaste und die ‹alte Höhe› der Kunst verschworen. Oder lässt sie doch offen, ob sie sich mit diesem Motiv zugleich kritisch-ironisch von der Pop Art als einer Kunst der effektvollen Kurzzeit-Mythen distanziert? Diese Zugehörigkeit scheint also nicht so eindeutig und auch einseitig, wie es das Motiv vermuten lässt. Im Gegenteil, Ottinger entscheidet sich mit ihrer Art der peinture nouvelle – wie sie selbst sie nennen sollte – für eine Wahlverwandtschaft mit beidem, high and low. Denn sie blieb der Malerei als Medium der high culture treu und versuchte sie von innen her zu revolutionieren. Wir können sie als eine 'Doppelagentin' (Leslie A. Fiedler) dieser gegensätzlichen Kulturen von Elitärem und Populärem, von Wirklichkeiten und Mythen, Figurationen und Abstraktionen ausmachen. " (Hanne Bergius)

 

Weiteres Programm:

 
1. Dezember 2011 Künstleringespräch
Ulrike Ottinger und Marius Babias (Kurator)

13. Januar 2012 Stationenkino
Diskussion mit Stuart Comer (Filmkurator Tate Modern, London), Ulrike Ottinger (Filmemacherin, Berlin), Katharina Sykora (Prof. Kunstgeschichte, HBK Braunschweig), Moderation: Ian White (Filmkurator, Künstler, Berlin)
In englischer Sprache

22. Januar 2012 Musik-Performance
Yumiko Tanaka (Musikerin, Tokio) und Yoko Tawada (Schriftstellerin, Berlin)

Laudatio von Hanne Bergius

 

Es schwingt heute der Gedanke einer Wahlverwandtschaft mit, wenn Ulrike Ottinger der Hannah-Höch- Preis für ihr Lebenswerk verliehen wird. Beide Künstlerinnen, die nur zwei Generationen trennen, haben auf ihre Weise konsequent und kontinuierlich ihren Weg einer widerständigen Ästhetik verfolgt, inspiriert durch die avantgardistischen Möglichkeiten der Ironie, der Kontingenz, des Spiels und des Gedächtnisses - immer im Bewußtsein, sich auf „leichten Seilen“ zu halten und noch an den Abgründen zu tanzen.

 

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